Gordon, Jaimy: Die Außenseiter


Gordon, Jaimy: Die Außenseiter

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Das schreiben andere: Der Verlag: Tommy Hansels Plan ist: Lass vier Pferde laufen, die besser sind, als sie aussehen. Mach einen hübschen Reibach und dich schleunigst aus dem Staub. Aber schon im ersten Rennen siegt das falsche Pferd. Dann taucht aus dem Nichts ein Rappe auf, der des Teufels ist und das Schicksal aller wendet. Jaimy Gordons Roman ist voller Rhythmus, Originalität und Hingabe. Sie erzählt von Trainern, Jockeys und Kredithaien – verletzten, einsamen Bewohnern des amerikanischen Niemandslands. Doch so wie Tommys Freundin Maggie zu den geschundenen, aber schönen Pferden Zuneigung entwickelt, führt Gordon die ermatteten Hoffnungen jeder ihrer Figuren zum Ursprung allen Glücks zurück. Als Außenseiter gestartet, wurde dieses Buch in Amerika zur Sensation und als wichtigster Roman des Jahres ausgezeichnet. Brillant beschreibt Jaimy Gordon eine dunkelschöne Welt, die den amerikanischen Traum vergessen hat und in der das Menschenglück von einem einzigen Pferd abhängt. Amerikanische Medien: »Eine unerreichte Musikalität der Sprache.« Jury des National Book Award »Elegant und erfindungsreich.« New York Times »Komplex und fein gezeichnet.« The New Yorker »Wunderschön geschrieben.« The Washington Post Galopp Intern: Eine fast spektakulär positive, totale Überraschung im heutigen Scenario hätte kürzlich diese sein können: Ein Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite im Galoppsport-Milieu angesiedelt ist, erhielt in den USA den führenden Buchpreis „National Book Award“. Die Autorin Jaimy Gordon rückte damit in eine Reihe mit Literaturgrößen wie Jonathan Frantzen und Saul Bellow. Hoffnungen aus Rennsportsicht nährten dabei besonders die Begleitumstände, denn es ist nicht ein Buch aus einem der großen Verlage, sondern eines, das seinen Weg zum Verkaufserfolg ganz alleine machen mußte, erschienen in einem kleinen Verlag mit Postfachadresse. Der SPIEGEL folgert in seiner Online-Besprechung des Buches denn auch, daß der deutsche Titel „Die Außenseiter“ durchaus auch auf die Autorin selbst zutreffen könnte. Tolle Nachrichten also, denn obwohl in Amerika zunächst nur zwei Besprechungen des Buches für Reklame sorgten (in der „Wahington Post“ und in der nationalen Rennzeitung „Daily Racing Form“), fand das Buch einige Zustimmung und jetzt auch einen Verlag in Deutschland, der mit einer Übersetzung auf dem Markt ist. Außer der einfühlsamen Besprechung von Felix Bayer in SPIEGEL online erschien eine weniger zustimmende vom bekannten Literaturkritiker Wieland Freund in der WELT. Er urteilt über das so fett prämierte Buch, es sei eben nicht die nächste „Great American Novel“, sondern handle sich um „den in sich versponnenen Text einer Autorin, die seit Jahrzehnten wie ein ferner Trabant um den Planeten des Literaturbetriebs kreist“. Hugh! Besser hätten wir das nicht formulieren können. Als Galoppsport-Medium hätte Galopp Intern natürlich, ähnlich der Daily Racing Form, immerhin dankbare Anerkennung dafür zollen können, wie „gefühlsecht“ die 1944 geborene Autorin den einschlägigen Jargon trifft, wenn sie die Typen und die Handlung auf einer fiktiven Rennbahn im tiefen West Virginia der späten 70er Jahre beschreibt. Doch – und da enden die vielen guten Nachrichten – dieses will eben nicht gelingen. In der unsicheren und unscharfen deutschen Übersetzung ist davon nicht genug übrig. Es mag eine titanisch schwere Aufgabe sein, einen derart spezifischen Text so zu übersetzen, daß der Leser bei der Aufnahme fühlt, was die Autorin ausdrücken wollte. Das genau wird leider nicht gut genug erreicht. An vielen Stellen eiert der Leser herum und fragt sich, wohin er denken soll. Dem Kritiker der WELT gefallen mehr als die „menschlichen“ Action-Teile die langen Passagen, in denen die wirklich originellen Pferdetypen charakterisiert und die Rennen beschrieben werden. Skurril, oder zumindest ungewöhnlich: Die erste Seite des Romans ist, damit der Leser ungefähr die anschließende Handlung verstehe, komplett der Beschreibung des für unsereinen gewöhnungsbedürftigen Systems amerikanischer Verkaufsrennen gewidmet. Dieses Buch ist keine heitere Erbauungslektüre und es wird ebensowenig Besucherströme auf deutsche Rennbahnen auslösen. Wenn das auch nicht der Maßstab ist, an dem amerikanische Buchpreisträger zu messen sind, muß man schon sagen: In der vorliegenden deutschen Übersetzung ist es ein seltsames Buch. Wer grundsätzlich die Tendenz oder Bereitschaft hat, die Mühsamkeit von Lektüre als Indiz für den Wert des Inhalts zu akzeptieren, der wird auf den 328 Seiten dieses meist düsteren Romans auch Positives entdecken können. Leider wird es wohl nur ein Teil dessen sein, was die Autorin in der englischen Originalversion ausdrücken wollte.

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